als mein vater starb

mein vater war für mich der grösste peiniger - typ 'bedroher', schläger, ausraster - so war es eine kindheit voller schmerz und angst - die angst vor ihm war das schlimmste, die schläge weniger, aber diese stimme, diese erniedrigenden worte, dieses geschrei, diese ständige gefahr dass er wieder abdreht, egal was man grad getan hat

viele jahre später hat meine erste spirituelle lehrerin bei ihrer arbeit mit mir diese verwundungen aufgedeckt und mir ein ritual gezeigt, ihm zu vergeben, denn: 'verzeihen ist die grösste heilung' (buchtitel g. jampolsky - bücherliste)

ich habe vater in gedanken in einen sessel gesetzt, welcher real vor mir stand, und dann hab ich ihm all meinen schmerz und mein leid ins gesicht geschrien, ihn beschimpft, verurteilt für all das vergangene, meine wut und meinen hass rausgelassen (auch durch heftiges atmen), hab auf den sessel eingeschlagen und dabei geheult ... - und dann hab ich ihm vergeben, ihn frei sein lassen von schuld, einfach anerkannt dass er es nicht besser wusste, dass er aus seinen verhaltensmustern und vergangenheitsprogrammierungen nicht rauskonnte - denn: wir sind alle opfer ...von opfern ...von opfern

dieses vergeben hab ich laut und deutlich und mehrmals ausgesprochen, ihn in licht gehüllt, ihm meine liebe und dank (auch für mein leben) gegeben, und ... ihn verabschiedet, aus meinem bewusstsein freigelassen

es war ein erlösungsprozess - für mich! - die vergangenheit kann man nicht ändern! die ist fertig wie ein geschriebenes buch - da kann man keine seite rausreissen - aber die belastenden energien auf diesen erinnerungen, die kann man auflösen, sich davon erlösen, dann wird man frei!

die beziehung zu meinem vater wurde nie richtig heil, war zeitlebens geprägt von missachtung, verurteilung und hausverbot - aber nach diesem vergebungsprozess störte mich das nicht mehr!

eines nachts kam von meiner schwester der anruf: "papa ist tot! kannst du zu mama fahren?" - drei stunden später war ich da - mutter war völlig aufgelöst und kreidebleich, vaters leichnam lag oben in seinem zimmer auf dem bett, ein tuch war um seinen kopf gebunden, damit der mund nicht aufklappt - vormittags wurde er dann abgeholt...


ich wusste da schon, dass menschen nicht nur einen körper haben, sondern auch einen unsterblichen teil, die seele - und auch, dass diese seele beim tod nicht sofort ins licht geht, sondern noch ein paar tage hier verweilt (zumindest ein teil von ihr) und hier noch alles mitkriegt, was die lieben so reden und tun

so habe ich mutter um ein foto von vater gebeten und dieses neben seinem bett aufgestellt - daneben stellte mutter eine von vaters so geliebten rosen und auf die andere seite stellten wir eine kerze, welche wir gemeinsam anzündeten

diese kerze sollte nun drei tage und nächte ununterbrochen brennen, also auch immer erneuert werden - die seelen verstorbener finden dann immer wieder dorthin zurück 

so hatte mutter einen platz, wo sie mit ihm reden konnte und ich auch - sie hat es nicht so mit dem glauben, eher mit dem zweifeln,
aber sie konnte annehmen, dass vater sie hört

als die drei tage um waren, war es abends an der zeit, die kerze auszublasen und vaters seele ins licht zu schicken - ich habe mutter ein bisschen erzählt, was nun kommt und wir haben uns neben sein bett gesetzt - ich hab mit vater gesprochen, laut, damit auch mutter es mitkriegt, ihm erklärt, dass er ohne angst sein kann, dass ich ihm helfe, auf seinem weg zurück zu gott zu gehen, dass alles in ordnung ist, dass er frei von schuld ist, dass er hier auf erden nichts mehr zu tun hat, dieses leben nun vorbei ist und er jetzt diese wunderbare reise ins licht vor sich hat

daraufhin hab ich eine lichtsäule
visualisiert, die fünf erzengel angerufen (die vier bekannten und zadkiel mit seinem violetten licht der reinigung und transformation) und vaters seele diese engel gezeigt - und dann habe ich alle zusammen in der lichtsäule nach oben geschickt ...

(aussprechen: 'geht jetzt ins licht', dabei kräftig ausatmen, sich vorstellen wie die seelen nach oben steigen und mit armbewegungen nach oben diesen prozess unterstützen, dabei fühlen wie der mensch frei wird)

... danach wurde die kerze ausgeblasen - es war stockdunkel und ganz still, und dann sagt meine mutter zu mir:

'du, eben hat er zu mir gesagt: JETZT BIN ICH ENDLICH FREI!'

das war ein sehr bewegender moment, es war so real! - mutter konnte es schon wenige tage später nicht mehr glauben, dass 'er' das gesagt hat, 'es war wohl einbildung' usw. ...

für mich war das ein sehr wichtiger moment: die erkenntnis, dass wir mit unserem bewusstsein dinge auf feinstofflichen ebenen bewirken können, und dass es dazu keiner intelligenz (kopf) bedarf sondern nur unseres mitgefühls, unserer liebe (herz) und dass wir anderen menschen/seelen helfen und sie unterstützen können, mit dieser liebe!

'jetzt bin ich endlich frei' - was für ein schöner satz! - frei von ängsten, leid, krankheit, schuldgefühlen, 
zwängen - frei von allem belastenden, einengenden und bedrückenden - FREI! - woraus aussteigen?

nur: warum muss man erst sterben, um dieses gefühl zu erleben? - ich für mich setze alles daran, diese freiheit zu lebzeiten hier auf erden zu leben - und das mit einem erfolg, der mich sehr glücklich sein lässt!

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zum weiterlesen:

intern:

die lichtsäulen-meditation - so geht's

erlösungsarbeit - ein einfaches ritual

woraus aussteigen? - aus allem!

buchempfehlung: 'verzeihen ist die grösste heilung' - gerald g. jampolsky - ISBN 3453700163

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