mein urwaldplatz brasilien

mein platz im urwald                                                                                

auf einer insel in brasilien - fast auf dem äquator, im amazonasmündungsbecken, an der atlantikküste

 

 

feuerplatz        zufahrt         kochstelle              toilette         zum mangohain               brunnen     

 

seit ich denken kann, also seit meiner frühesten kindheit, träume ich davon, in der wilden natur zu leben, frei und ohne viel kleidung, mit dem meer in der nähe – eben einfach paradiesisch - es war eine ewige und tiefe sehnsucht, und ich hatte immer die ahnung, dass es so etwas auch heute noch gibt, dass das irgendwo geht (als zehnjähriger tippte mein bruder im atlas auf die sychellen und sagte: ‚DA muss es gut sein!‘ – die sind heute das urlaubsparadies)

so habe ich das erste halbe jahrhundert meines jetzigen lebens meist auf dem land gewohnt, manchmal mit gemüsegarten und oft mit feuerholz hacken für die öfen – stadt war und ist mir ein greuel, und es ist mir unverständlich, wie man immer in einer etagen-mietswohnung wohnen kann, also auf dauer, ohne hoffnung auf entkommen - was ist denn das für ein leben, wie in einer bienenwabe? dafür sind wir auf dieser herrlich duftenden und bunten erdkugel inkarniert, um uns in dunklen und miefigen steinkästen zu verkriechen? nein!

LEBEN – das ist für mich sonne und regen auf meiner haut, wind in meinem haar, pflanzen um mich herum und die nackten füsse auf der erde - ich bin der festen überzeugung, dass der mensch krank ist, weil er sich von seiner natürlichen lebensweise so weit entfernt hat – seine seele leidet unter diesen umständen und schickt botschaften in form von krankheiten

seit 1,5 millionen jahren (ältester humanoidenfund) lebt der mensch barfuss auf der erde - seit 0,1% dieser zeit (15.000 jahre) hat er lederwickel oder schuhe an den füssen, seit 0,01% dieser zeit lebt er nicht mehr ebenerdig, sondern abgehoben ohne erdkontakt, und seit 0,001% dieser zeit lebt er immer hinter glasscheiben

stell dir einmal vor, eine pflanze lebt 15 jahre im grünen, und dann steckt man sie in einem topf und stellt sie unter einen glasschirm auf den balkon – wie findet die das wohl? – ist die damit glücklich? – nein, sie wird in einer woche (0,1% ihrer zeit) eingehen

ich war immer auf der suche nach einem angenehmen platz zum leben (30 umzüge in 40 jahren) - in europa wurde der radius immer grösser, aber es ist dort einfach streckenweise viel zu kalt und viel zu nass - so standen zur auswahl: thailand, indien, türkei und brasilien

nun lebe ich seit 7 jahren in brasilien - auf einer insel im amazonas-mündungsbecken an der atlantikküste, 1 grad südlich vom äquator, 2 autostunden vor der millionenstadt belém im bundesland pará, mitten im urwald, 3 km vom strand entfernt ...

 

... und wirklich:  ES GEHT!   ... man kann tatsächlich so leben!

 

hier habe ich 7 hektar natur übernommen (1.000 euro) - es ist reine wildnis, nicht mehr 'floresta virgim' (jungfräulicher ur-wald), weil die vorbesitzer innerhalb von 50 jahren fast alles gerodet haben – aber der unterschiedlich hohe bewuchs ist sehr dicht, wild und unberührt - eine grüne wand, nur mit machete zu durchqueren

ich bin von der strasse 70 m ins grüne rein gegangen und habe dort einen kreis von gut 30 m durchmesser gerodet (1.000 m²) - das gesamte restliche gelände ist unberührt - beim roden hab ich die dicksten bäume und palmen stehen lassen, die inzwischen alle schöne kronen gebildet haben, wo sie nun freiraum hatten - so ist es sehr gemütlich, mit schattigen plätzchen 

mittendrin steht das haus, eine zweigeschossige offene holzkonstruktion - das untergeschoss besteht fast nur aus 14 stützen, die das obergeschoss und die vordächer tragen - so konnte ich von meinem stuhl aus einmal das drumherum malen (s.o.), welches ich den ganzen tag von meiner hängematte aus bestaune - neben all den pflanzen kommen auch allerlei tiere vorbei, oft fliegende, aber auch die affen, gürteltier, riesenameisen ...

da es hier auf dem äquator das ganze jahr meist zwischen 25 und 35 grad warm ist, braucht man sich nur gegen sonne und regen zu schützen, also grosse dächer, aber nicht gegen kälte - das vereinfacht das bauen natürlich immens! - das obergeschoss ist ein offener schlafraum und hat an den seiten folienrollos, welche man bei regen runterlassen kann, ansonsten schläft man in der freien natur, meist mit mond 

wilhelm reich schrieb, dass der mensch am besten unter einem grossen dach leben sollte, ohne wände – so kann er das orgon (so nannte er die lebensenergie) am besten aufnehmen – mit der atmung nehmen wir ja sowohl sauerstoff auf, als auch die lebensenergie prana

aber wie soll man so etwas bei den wetterverhältnissen in deutschland verwirklichen? – unmöglich! - da bleibt nur eins: weggehen, dahin wo es warm ist, fertig! – das geht aber nur, wenn man frei von verpflichtungen und verantwortung ist – heute allerdings würde ich auch mit kleinen kindern diesen schritt tun, denn ein glückliches und zufriedenes leben ist doch viel wichtiger als kluge schulbildung und das ellenbogengerempel ums geld ...

brasilien mag manch einem nun als traumhaftes paradies erscheinen, aber wie alles auf diesem planeten der dualität gibt es auch hier eine dunkle seite und ich kann mit der nur umgehen, weil ich alles akzeptiere, was auf dieser welt geschieht als etwas, was genau so geschehen muss - sonst könnte ich hier nicht leben, in dieser welt der korruption, des verdeckten rassismus, der armut, der lüge, der verantwortungslosigkeit, der rohen gewalt und brutalität bis zum lynchmob

 

 

 

        

 

 

           

an den 2 giebelseiten sind oben folienrollos, um sie bei regen runter zu lassen

 

        

  die neuen mitbewohner haben natürlich auch gleich ein haus bekommen

 

                     

das depot aus beton und der waschplatz vor ...

 

            

               ... und nach der erweiterung

 

           

 zwei ältere fotos                  das badebecken funktioniert ohne schwimmbad-chlor,
weil der nachmittagsschauer (fast) täglich das wasser erneuert

 

        

   küche alt ...                                                        ... und neu

 

          

                                                                     kochstelle alt ...

die linke holzkiste ist mit sand gefüllt und da drauf brennt das feuer zum kochen - die holzlege rechts ist für die einheimischen befremdend: der begriff  'vorratshaltung' (und die dazu gehörige mentalität) fehlt in den köpfen der menschen hier völlig, weil es nie 'schlechtes wetter' gibt

 

           

 ... und neu, jetzt mit lehmbackofen

 

            

obergeschoss - nun mit absolut tiersicherem 'haus im haus', mit angenähtem boden aus flaggenstoff und zwei reissverschlüssen - (sowas gibt es bei frau brettschneider.de)

 

             

toilette ...                                                              ... mit wasserspülung

als sichtschutz gemauerte spirale ohne tür und mit einer gemauerten sickergrube drunter

 

          

lagerfeuerstelle ...                                             ... mit ORBs (so zeigen sich geistwesen)

 

       

brunnen mit bestem trinkwasser aus 10 meter tiefe

der hauptweg schlängelt sich zum grossen holztor an der 'strasse': ein sandweg, der zur einen seite 3 km ins dorf führt und sich zur anderen seite nach 5 km im echten urwald verläuft - dort, wo ich mich schon einmal richtig tief drin verloren hab ...

 

           

mangohain - zehn uralte fruchtbäume, neben jáca und cupuaçú auch drei mangas

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